Das Schloss Versailles (französisch: Château de Versailles) liegt süd-westlich von Paris in etwa 18 Kilometern Entfernung vom Stadtzentrum und ist eines der wichtigsten Ausflugsziele in der Pariser Region. Diese riesige Palastanlage, die als eine der größten Europas gilt, war von Mitte des 17. Jahrhunderts bis zum Ausbruch der Französischen Revolution die Hauptresidenz der französischen Könige.

Die Ausmaße des Barock-Baus betragen mehr als 500 Meter Länge und wurden früher von einem mehreren tausend Bediensteten starken Hofstaat bewohnt. Heutzutage wird das Schloss hauptsächlich als Museum genutzt und bildet zusammen mit den drei weiteren Lustschlössern der riesigen Parkanlage diese einzigartige Sehenswürdigkeit. Bereits 1979 wurde das Schloss Versailles in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen.

Das Bauwerk

Ursprünglich war Versailles ein kleines Bauerndorf vor den Toren der heutigen Metropole Paris. Ludwig der XIII. besuchte das wildreiche Gebiet häufig auf Jagdausflügen; er fand jedoch keine angemessene Residenz vor und war gezwungen in einem kleinen und heruntergekommenen Schlösschen oder gar einer Mühle zu nächtigen.

Daraufhin ließ er 1623 – anstelle der Mühle – ein winziges Jagdhaus errichten, welches er 1631 bis 1634 von Philibert Le Roy zu einem Jagdschloss erweitern ließ; das ursprüngliche verfallene Schloss wurde später abgetragen. Das im Stile des frühen französischen Barocks errichtete Schloss bildet bis heute den Kern und umschließt beispielsweise den Marmorhof. Sein Sohn Ludwig der XIV. nutzte das Jagdschloss vor allem als Lustschloss sowie Sommersitz und ließ große Hoffeste ausrichten.

Ludwig XIV. ist es auch zu verdanken, dass er das Schloss seines Vaters ausbauen ließ, um eine prächtige prestigeträchtige Residenz zu besitzen. Um das alte Jagdschlösschen des Vaters zu erhalten, wurden Neubauten um das bestehende Gebäude herum errichtet und miteinander verbunden. Im Jahre 1668 folgte mit dem Aachener Frieder die erste richtige Erweiterung des Schlosses, bei der vor allem der U-förmige Mittelbau des alten Schlosses ummantelt worden ist.

Durch die Verlautbarung des Königs 1677, Versailles zum Regierungssitz zu bestimmen, wurde der Palast weiter ausgebaut und unter anderem die berühmte Spiegelgalerie sowie die Salons des Krieges und des Friedens installiert. Um für den Hofstaat, der im Jahre 1682 ins Schloss ziehen sollte, genügend Platz zu schaffen wurde unter anderem am Corps de Logis, am Süd- und am Nord-Flügel jeweils weitere Ausbauten durchgeführt, die die heutigen Grundrisse größtenteils bestimmen. Es folgten noch weitere Veränderungen und Ausbauten bis ins 19. Jahrhundert hinein.

Symbolik

Offensichtlich sollte mit dem Palast Versailles Luxus und Reichtum zur Schau gestellt und die Macht des Königtums untermauert werden. Insbesondere Ludwig der XIV. wurde in den aufwendig angelegten Innenräumen verehrt und mit Apollon gleichgestellt.

Das aufwendig gestaltete Innere des Spiegelsaals, des königlichen Schlafzimmers, der Schlosskapelle und des Opernhauses sind besondere Touristenmagneten. Geschmückt wird das Schloss außerdem durch aufwendige Gartenanlagen, die mit einer Vielzahl von Brunnen das Bild verschönern und den prestigeträchtigen Eindruck des riesigen Palastes unterstreichen.